Wolfgang Radlegger in Tamsweg

SPÖ-Bezirksvorsitzender LAbg. Peter Pfeifenberger und der Tamsweger Spitzenkandidat Alois Moser luden vergangenen Mittwoch gemeinsam mit dem Renner-Institut Salzburg zur Buchpräsentation „Vom Stillstand zum Widerstand“ des ehemaligen LH-Stellvertreters Wolfgang Radlegger ein.

Themen wie der Ausbau der direkten Demokratie und ein neues Wahlrecht wurden ebenso debattiert wie das bevorstehende Demokratiebegehren von Wolfgang Radlegger und der Initiative „MeinOE“.

„Wolfgang Radlegger tritt mit seinem Engagement gegen politischen Stillstand auf. Dies ist auch mein wichtigstes Ziel für Tamsweg“, so Alois Moser, der sich diesen Sonntag der Bürgermeisterwahl stellen wird.

In Memoriam: Eduard Goldmann (1914-2010)

Eduard Goldmann wurde am 11. Juni 1914 in Wien-Mariahilf geboren und besuchte dort die Volks- und Bürgerschule sowie die Handelsakademie. Sein Leben war geprägt von gesellschaftlichem und politischem Engagement. Bereits im Jahr 1934 engagierte er sich vehement gegen den Austrofaschismus.

Eduard Goldmann (1914 bis 2010)

Als er schließlich von Wien nach Kaprun kam um beim Bau der Tauernkraftwerke zu helfen, begann er sich umgehend gegen das nationalsozialistische Regime zu betätigen. Mit zwei Männern, die sich ebenfalls als Nazigegner ausgaben, hörte er heimlich ausländische Sender ab und verglich den Inhalt mit der nationalsozialistischen Propaganda. Aus Angst entdeckt zu werden, erstatteten die beiden Männer jedoch Selbstanzeige.

Zwar hüteten sie sich davor, Eduard Goldmann schwerer zu beschuldigen und ihn als Rädelsführer zu brandmarken, dennoch wurde auch Eduard Goldmann am 17. Juli 1941 von der Gestapo verhaftet und zunächst in das Amtsgericht Zell am See gebracht. Von dort wurde er nach Salzburg in das Landesgericht überstellt, wo auch der Prozess gegen ihn stattfand. Im August 1941 verurteilte man Eduard Goldmann zu einer Zuchthausstrafe von eineinhalb Jahren.

Erinnerung an die Salzburger Opfer des Nationalsozialismus

Dies stellte sich jedoch als Trugschluss heraus. Denn abgesehen von einer kurzen Haftunterbrechung lagen rund vier Jahre NS-Barbarei vor ihm. Im März 1944 wurde er in das Konzentrationslager Buchenwald überstellt, wo er als Schreiber mit der Häftlingsnummer “21999″ arbeiten musste. Er nutzte dabei aber die Chance, Menschen vor dem sicheren Tod zu retten, indem er heimlich Listen fälschte. Dabei wurden noch lebende Personen als verstorben eingetragen, um sie so vor dem Vernichtungslager zu bewahren.

Doch die Fälschungen flogen auf. Zur Strafe wurden Eduard Goldmann und andere Mithelfer mit Hundepeitschen geschlagen. „Das nächste Mal kommt ihr alle in den Rost“, schrie sie ein SS-Obersturmführer an.

Das Eingangstor zum Konzentrationslager Buchenwald: “Jedem das seine”

Im Konzentrationslager Buchenwald lernte er auch seinen späteren Freund Marko Feingold, heute Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, kennen. Erst mit der Befreiung des Lagers im April 1945 durch amerikanische Truppen wurde das Leben der beiden gerettet.

Sein politisches Engagement setzte er nach 1945 in der Sozialistischen Partei und im Bund Sozialistischer Freiheitskämpfer, u. a. als langjähriger Landesvorsitzender, fort. Zudem organisierte er gemeinsam mit dem ebenfalls heimgekehrten Marko Feingold die Versorgung der „KZler“. So wurde im Peterskeller eine Küche eingerichtet, in der täglich zwei Mahlzeiten gegen die Vorlage von Lebensmittelkarten ausgegeben wurden. Über 80.000 Portionen wurden dabei in den ersten fünf Monaten benötigt.

Delegiertenkarte zur Bundeshauptversammlung 1984 der Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnen

Eduard Goldmann war darüber hinaus Mitglied der Rentenkommission der Salzburger Landesregierung, Mitglied der Opferfürsorgekommission beim Bundesministerium für Soziales und später im Pensionistenverband tätig. Wesentliche Bedeutung kam Goldmann als Zeitzeuge zu: Er hielt zahlreiche Vorträge an Schulen sowie bei Lehrveranstaltungen an der Universität und leistete wichtige Beiträge zur Aufarbeitung autoritärer Systeme.

Nach jahrelangem Drängen wurde am 22. September 1997 am Salzburger Lokalbahnhof eine Gedenkplatte zur Erinnerung an die Hinrichtung dreier mutiger Eisenbahner in den Boden eingelassen.

Eduard Goldmann wurde auch mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Ehrenzeichen für die Befreiung Österreichs, dem Silbernen Ehrenzeichen der Republik Österreich, der Viktor-Adler-Plakette und der Otto-Bauer-Plakette, der Bruno Kreisky Medaille in Silber, dem Bürgerbrief der Landeshauptstadt Salzburg und dem Stadtsiegel in Gold. In Würdigung seiner Verdienste um die Stadt Salzburg wurde Goldmann im Juni 2009 die ”Wappenmedaille der Landeshauptstadt Salzburg in Gold” verliehen.

60 Jahre Bund sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen – Feierlichkeiten in Wien u. a. mit Dr. Michael Ludwig und Abg.z.NR a. D. Ernst Nedwed

Eduard Goldmann starb am 12. April 2010 im Alter von 96 Jahren. Wir werden ihn niemals vergessen!

BM a. D. Elfriede Karl im Interview

Elfriede Karl, Bundesministerin a. D., stand vergangene Woche für ein umfangreiches ZeitzeugInneninterview zur Verfügung. Auf dem YouTube-Kanal des Renner-Instituts Salzburg befinden sich elf ausgewählte Interviewpassagen zu den unterschiedlichsten Themenbereichen. Neben ihrer eigenen Lebensgeschichte gewährt die ehemalige Familienministerin Einblicke in wichtige historische Ereignisse, wie etwa die Zwentendorf-Abstimmung oder die Waldheim-Affäre.

Elfriede Karl, geboren 1933 in Salzburg, war als Bundesministerin für Familie, Jugend und Konsumentenschutz (1983 bis 1984), als Staatssekretärin im Bundesministerium für Finanzen (1979 bis 1983) sowie als Staatssekretärin im Bundeskanzleramt (1971 bis 1979) und als Abgeordnete zum Nationalrat tätig.

Ihre politische Karriere begann sie 1954 in der Gewerkschaftsjugend und später in der AK Salzburg.

Zum ZeitzeugInneninterview mit BM a. D. Elfriede Karl…

Wolfgang Radlegger: Buchpräsentation in Tamsweg

Die SPÖ Lungau und das Renner-Institut Salzburg laden zur Buchpräsentation “Vom Stillstand zum Widerstand” von LH-Stv. a. D. Wolfgang Radlegger sehr herzlich ein.

Mittwoch, 11. April, 19 Uhr
Gasthof Knappenwirt, Kirchengasse 91, Tamsweg

Mit seinem Buch “Vom Stillstand zum Widerstand – Zeit zum Wandel” liefert der ehemalige SPÖ-Vorsitzende Wolfgang Radlegger einen kritischen Denkanstoß für mehr Demokratie.

Dabei tritt er für ein neues Wahlrecht, für mehr direkte Demokratie und für strenge Maßnahmen gegen Korruption ein. Radlegger kritisiert nicht nur, er fordert die Zivilgesellschaft auf, selbst aktiv zu werden. Gleichzeitig leitete Wolfgang Radlegger mit ehemaligen MitstreiterInnen und MitbewerberInnen das Demokratiebegehren “MeinOE” ein.

Die SPÖ Lungau und das Renner-Institut Salzburg fördern mit der Buchpräsentation die offene Debatte in der SPÖ und laden zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit Wolfgang Radlegger sehr herzlich ein.

Seminar “Bloggen für EinsteigerInnen”

Das Renner-Institut Salzburg lädt zum Seminar “Bloggen für EinsteigerInnen” unter der Leitung von Arne Müseler (Jugend- und Internetreferent der Salzburger SPÖ) sehr herzlich ein.

Samstag, 14. April 2012, 9 bis 13 Uhr
BFI Salzburg, Schillerstraße 30, 5020 Salzburg

Bildungsprogramm des Renner-Instituts Salzburg (Foto: Bilderbox.com)

Inhalt:
Das Seminar bietet einen umfangreichen Einblick in die Bloggosphäre und gibt allgemeine Hinweise für EinsteigerInnen. So werden beispielsweise das Einrichten eines eigenen Blogs und die ersten Veröffentlichungen besprochen.

Detaillierte Informationen werden zu den folgenden Fragen gegeben:
- Allgemeine Präsentation zum Thema Blogs und Bloggosphäre
- Was macht einen Blog aus?
- Welche Arten von Blogs gibt es und wie funktionieren sie?
- Was sind die technischen Herausforderungen?
- Wie sieht ein guter Blogbeitrag aus und was muss ich beachten?
- Wo wird über mich und mein Thema gesprochen?
- Wie kann ich mich dort einbringen?
- Wie verbreite ich meine eigenen Blogbeiträge?

Zukunftsakademie: Monica Reandi im Stadtblatt-Interview

In der aktuellen Stadtblatt-Ausgabe erklärt Monica Reandi ihre Beweggründe, warum sie an der diesjährigen Zukunftsakademie teilnimmt.

Die 22-jährige gebürtige Inderin hat nach ihrer schulischen Ausbildung in Radstadt und St. Johann/Pongau vielfältige berufliche Erfahrungen gesammelt. Seit 2010 studiert sie an der Universität Salzburg Politikwissenschaft.

“Meine Anliegen sind in der Sozialdemokratie am besten aufgehoben. Ich finde es sehr spannend, in der Politik mitzumischen”, so Reandi über ihre Ambitionen.

Zum Artikel im Stadtblatt Salzburg…

Wahlrechtsreform aktuell: Demokratie im Umbruch

Das Renner-Institut Salzburg und die Salzburger SPÖ laden zu einem Kamingespräch mit Professor Mag. Dr. Klaus Poier von der Universität Graz zum Thema “Wahlrechtsreform” sehr herzlich ein.

Montag, 26. März 2012, 19 Uhr
Renner-Institut Salzburg, Auerspergstraße 42, 5020 Salzburg

Die demokratiepolitische Entwicklung Österreichs nach Ende des Zweiten Weltkrieges ist zweifelsohne eine Erfolgsgeschichte. Anlässlich der Korruptionsvorwürfe ist unser politisches System jedoch in Misskredit gekommen. Aus diesem Umstand ergibt sich die Notwendigkeit einer Reformdebatte, in dessen Zentrum die Frage nach einer Verstärkung direktdemokratischer Elemente wie auch einer Reformierung des Wahlrechts, in Hinblick auf die Einführung eines Mehrheitswahlrechts oder die Verankerung von Persönlichkeitselementen ins bestehende Wahlrecht, ergibt.

Der bekannte Grazer Jurist Dr. Klaus Poier wird dazu am 26. März Stellung nehmen und seine Vorschläge für eine Wahlrechtsreform in Österreich präsentieren. Die Frage nach einem geeigneten Wahlsystem oder die Forderung nach einer Stärkung direkt-demokratischer Elemente werden dabei zur Diskussion stehen.

Zur Person:
Mag. Dr. Klaus Poier ist Assistenzprofessor am Institut für Österreichisches, Europäisches und Vergleichendes Öffentliches Recht, Politikwissenschaft und Verwaltungslehre der Karl-Franzens-Universität Graz, von 2003 bis 2005 fungierte er als Mitglied des Österreich-Konvents, er ist Obmann des Dr.-Karl-Kummer-Instituts für Sozialreform, Sozial- und Wirtschaftspolitik in der Steiermark und Generalsekretär des Club Alpbach Steiermark und Mitglied des Leitungsauschusses des Europäischen Forum Alpbach;